Sweeney Todd (review)

Habe neulich ganz zufällig den Tim-Burton-Film »Sweeney Todd« entdeckt, und dachte mir, ganz schlecht kann das ja nicht sein, schließlich ist Johnny Depp in der Hauptrolle zusammen mit Helena Bonham Carter. Bemerkenswerter Film, soviel kann man sagen.
Der Film ist wie in schönster Burton-Manier düster und leicht deprimierend in der Atmosphäre. Die Besetzung ist gut gelungen, allerdings empfehle ich jedem, der sich diesen Film einmal ansehen möchte Durchhaltevermögen. Nicht, weil der Film schlecht ist, ganz im Gegenteil, ich halte ihn für eines der Glanzstücke von Tim Burton, allerdings beginnt er gleich am Anfang mit längeren Gesangseinlagen, die einfach gar nicht mehr aufhören wollen.
Noch dazu könnte man keinen der Akteure als besonders begabte Sänger bezeichnen. Zu dünn sind die Stimmchen der Schauspieler. Falsch singen tut keiner, aber wirklich begeistern kann der Gesang einfach nicht, was sicher auch an den wenig melodiösen Stücken liegt, deren allzu komplexer Melodieverlauf leider gar nicht zu fesseln vermag.
Als ich schon ausschalten wollte, weil ich glaubte der ganze Film ginge nur noch über Gesangsdialoge weiter, fingen die Schauspieler endlich an zu sprechen. Es kommen zwar später im Film noch einige weitere Gesangseinlagen, diese sind aber glücklicherweise nicht so furchtbar lang wie zu Beginn, so dass sich der Film nach den ersten 10 bis 15 Minuten eigentlich ganz gut anschauen läßt.
Der schwarze Humor von Tim Burton findet in diesem Film schon Splatter-Anklänge und die Handlung nimmt einige unerwartete Wendungen. Nichts für allzu empfindliche Gemüter ist das Gemetzel bisweilen allemal, daher auch kein Spaß für die ganze Familie, insofern man noch jüngere Kinder haben sollte. Dafür konnte er mich sehr gut an meinen iPod fesseln, und ließ mich die über eine Stunde Pendelzeit zur Arbeit völlig vergessen.
Sicherlich ein sehenswerter Film für schwarze Gemüter.






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